Sportalm Blog

2011-10-25 11:36:00

Sportalms schönster US-Import

Verfasst von Kathrin

Als ich die bildhübsche Jennifer vor einer riesigen Platte mit Braten sitzen sehe, ist mir sofort klar, dass ich sie unbedingt kennenlernen muss. Jennifer ist seit März 2011 Designassistentin der Fashion-Kollektion, 26 Jahre alt und stammt aus Boston, Vermont. Zierlich, hoch aufgeschossen, strahlend blaue Augen, blonder Pagenkopf. Nach dem Modedesignstudium in New York und Mailand lernte sie durch ihren österreichischen Freund die Marke Sportalm kennen. Dass sie hier leben und unbedingt für das Familienunternehmen arbeiten wollte, war ihr augenblicklich klar. Sie bewarb sich zweimal, aber wurde beide Male abgelehnt – ihre Sprachkenntnisse waren nicht gut genug. Viele wären jetzt wahrscheinlich entmutigt gewesen, doch die junge Amerikanerin setzte sich hin und lernte innerhalb eines Jahres fließend Deutsch. Mit Erfolg - mittlerweile ist sie voll in das 5-köpfige Designteam der Sportalm Fashion Kollektion integriert.

Sportalm:
Jennifer, wieso wolltest Du trotz zweier Absagen immernoch unbedingt bei Sportalm arbeiten?
Jennifer: Sportalm hat einen sehr besonderen Stil, den ich so nicht aus den USA kannte, und auch in Italien gibt es nichts vergleichbares. Das hat mich fasziniert! Ich glaube diese Kleidung kann so nirgendwo anders entstehen, das muss mit Tirol zusammenhängen.
Sportalm: Wie meinst Du das genau?
Jennifer: Erstens sind die Tiroler, ja die Österreicher überhaupt, sehr regional verwurzelt.Sie kümmern sich nicht so sehr darum , was andere denken, auch in der Mode. Gerade Trachten sind sehr individuell und detailreich. Es geht viel um Oberflächenveredelung, wertige Stoffe, Applikationen - und um Schnitte. Dieser Stil macht sich bei unseren Dirndln und genauso bei der Sportalm Mode bemerkbar - da zählt die gleiche Detailverliebtheit, der Qualitätsanspruch. Was für das Dirndl ein perfekt sitzendes Mieder ist, stellt bei unserer Modelinie ein scharf geschnittenes Jackett dar. Ich liebe "sharp tailoring" - und das spielt bei Sportalm eine große Rolle!

Sportalm: Trotz dieser Regionalität ist die Marke doch sehr international, oder?
Jennifer: Auf jeden Fall. So speziell die Entstehung der Kleider auch ist - der Look und die Austrahlung unserer Kollektion spricht vor allem lebensfrohe Frauen an, die viel Abwechslung und Tempo im Leben brauchen. Sie sind modeaffin, ohne sich Trends zu unterwerfen. Diesen Typ Frau gibt es ja überall auf der Welt, gottseidank!
Sportalm: Wie kann man sich die kreative Arbeit bei Euch im Team vorstellen?
Jennifer: Ich klinge jetzt bestimmt so als hätte man mich bezahlt, damit ich das sage (lacht), aber ich finde es einfach toll! Ulli hat sehr genaue Vorstellungen von der Richtung für die Kollektionen und ein sehr gutes Gespür, aber beim Designen selbst lässt sie uns viel Freiraum und Platz für eigene Interpretationen. Dadurch, dass alle Design-, Schnitt- und Musterfertigungsprozesse inhouse ablaufen, kann man flexibel arbeiten, Einfluss nehmen und sich mit allen Beteiligten austauschen. Wir gestalten und entscheiden wirklich alles selbst - von der Art der Nähte, über die Logoprints, bis hin zu den immer anders designten Etiketten!
Sportalm: Und was machst Du, wenn Du Dich mal von der Arbeit erholen willst?
Jennifer: Ich gehe unheimlich gern wandern und interessiere mich für Kunst und Architektur. Yves Klein, Matisse, auch Frank Ghery haben großen Einfluss auf meine Arbeiten. Ski fahren ist immer ein großes Highlight für mich. Ich liebe die Berge! Nur das Meer bei Vermont, das fehlt mir manchmal. Und Kasknödeln fand ich anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig - mittlerweile mag ich sie sehr!

Liebe Jennifer, danke für das Gespräch!